Man kann noch so gut planen – manchmal kommt es einfach anders. Und genau so begann auch unser nächstes Abenteuer.
Dabei war eigentlich alles perfekt durchdacht. Ich hatte mir bewusst eine Woche Urlaub genommen und wollte jede Minute sinnvoll nutzen. Der Plan stand: Am Dienstag komme ich von meinem Trip aus Bodenmais zurück, bereite alles für die nächste Tour vor und starte am Mittwoch in ein neues Abenteuer.
Gesagt, getan.
Nach meiner Ankunft in Hebertsfelden ging es direkt in die Halle. Keine Zeit verlieren – der Leo wollte gepackt werden. Der Kühlschrank wurde eingeschaltet und mit den mitgebrachten Lebensmitteln gefüllt, die frisch gewaschene Kleidung fand ihren Platz und auch für Kamera, Drohne und Technik war schnell alles ordentlich verstaut. Es lief wie am Schnürchen.
Zufrieden setzte ich mich ins Wohnmobil, fuhr es aus der Halle und stellte es kurz beiseite. Dann kam der Moment, der alles veränderte.
Ich stieg auf der Fahrerseite aus – etwas, das ich normalerweise wirklich nie mache. Und genau das war an diesem Tag mein Glück. Denn kaum stand ich draußen, fiel mein Blick auf den linken Vorderreifen. Platt.
Komplett platt.
Ein kurzer Check – und da war sie auch schon: eine fette Schraube, mitten in der Lauffläche. In diesem Moment fühlte sich alles an, als wäre die ganze Planung der letzten Tage einfach verpufft. Für mich war klar: Das war’s mit dem Urlaub. So schnell würde sich das sicher nicht reparieren lassen.
Frustriert saß ich am Kofferraum meines Autos und dachte nach. Was jetzt?
Die Entscheidung fiel schwer, aber sie schien alternativlos: Ich parkte den Leo wieder zurück in die Halle und begann, alles wieder auszuräumen. An eine spontane Ausfahrt über das Pfingstwochenende war kaum zu denken.
Auf dem Heimweg jedoch kam mir ein Gedanke. Ein letzter Versuch.
Ich schrieb unserem Vermieter, schilderte die Situation und fragte – eher hoffnungsvoll als überzeugt – ob er vielleicht eine gute Werkstatt in der Nähe kennt. Wir waren ja noch recht neu vor Ort.
Und dann ging plötzlich alles ganz schnell.
Herr Thaller meldete sich umgehend zurück und empfahl uns eine Werkstatt – gerade einmal 300 Meter von unserer Halle entfernt. Ein echter Glücksgriff! Ich griff sofort zum Telefon und hatte wenig später einen Termin für den nächsten Morgen um 8 Uhr. Der Werkstattmeister, Herr Föttner, machte mir direkt Mut: Eine Reparatur sei sehr wahrscheinlich möglich.
Die Stimmung drehte sich schlagartig.
Statt Trübsal zu blasen, fuhr ich wie geplant weiter zum Forschungscampus, holte Christof am Leibniz-Rechenzentrum ab und wir verbrachten einen richtig schönen Abend in unserer Wohnung in Garching.
Am nächsten Morgen ging es früh los – sehr früh. Christof stand bereits vor fünf Uhr im Bad, sodass wir schon vor sieben starten konnten. Ein kurzer Zwischenstopp beim Bäcker in Hebertsfelden durfte natürlich nicht fehlen – frischer Kaffee am frühen Morgen hebt einfach die Laune.
Ein kleiner Unsicherheitsfaktor blieb: Würde sich der Reifen überhaupt problemlos abmontieren lassen? Falls er festgefressen wäre, hätten wir mit dem ganzen Fahrzeug zur Werkstatt fahren müssen.
Doch auch hier lief alles wie am Schnürchen.
Christof hatte den Reifen in Nullkommanichts abmontiert und so standen wir noch vor acht Uhr bei der Werkstatt. Herr Föttner nahm sich der Sache an und kündigte etwa eine Stunde Reparaturzeit an. Also nutzten wir die Zeit sinnvoll, fuhren zurück zur Halle und erledigten ein paar Dinge fürs Büro.
Und dann – kaum hatten wir uns versehen – kam schon der Anruf: Der Reifen war fertig.
Wir holten ihn ab, Christof montierte ihn ebenso schnell wieder ans Fahrzeug und wenige Minuten später war alles erledigt. Die Rechnung? Gerade einmal 40 Euro. Weitere 10 Euro wanderten dankbar in die Kaffeekasse.
Was für eine Wendung.
Plötzlich war alles wieder möglich.
Wir waren nicht nur erleichtert – wir waren richtig glücklich. Trotz des holprigen Starts lagen wir voll im Zeitplan und konnten unsere Reise wie geplant antreten. Der Stellplatz auf dem Weg Richtung Memmingen und unser gebuchter Platz am Sonnencamping Albstadt warteten.
Manchmal braucht es genau solche Momente, um zu merken: Nicht alles läuft nach Plan – aber oft wird es am Ende trotzdem gut.
Oder vielleicht sogar besser.